
EN09 — Haus und Atelier in Mafra
Ein Künstlerpaar verlässt Lissabon und zieht nach Mafra, nah an den Bergen und fern vom Lärm. Ihr bestehendes Haus bleibt erhalten und wird um zwei Gesten neu gestaltet: Rundbögen und eine weiße Wendeltreppe.
Ein bestehendes Haus, neu gestaltet um eine vertikale Verbindung und eine gekrümmte Linie
Der Entwurf beginnt nicht mit einem leeren Blatt. Er beginnt mit dem, was schon da war: den Mauern, den Grenzen, der Geschichte des Hauses und den Wünschen der Menschen, die darin leben sollten. Nichts wird ausgelöscht; die Architektur will sich nicht aufdrängen.
Das Haus wird auf zwei Ebenen neu organisiert. Rundbögen öffnen das Erdgeschoss zur Terrasse und zum Tal, und eine frei stehende weiße Wendeltreppe verbindet die beiden Epochen des Hauses. Das Projekt sieht zudem ein Atelier für die Eigentümer vor, zurückhaltend in den Hang des Grundstücks eingefügt.

Eine Veranda aus Rundbögen
Zur Terrasse hin öffnet sich das Haus mit einer Folge von Rundbögen, tief in die dicken weißen Mauern eingeschnitten. Sie rahmen eine geschützte Veranda, werfen weiche Schatten auf die Fassade und machen den Blick über das Tal zu einem Teil des Hauses.

Eine weiße Spirale, die zwei Epochen des Hauses verbindet
Um die beiden Ebenen zu verbinden, eine neue Geste: ein reiner weißer Körper, der eine runde Treppe beschreibt. Frei stehend und durchgehend verbindet ihre geschwungene, geschlossene Brüstung die Geschosse, ohne sie zu belasten – so selbstverständlich wie der Übergang von einem Moment des Tages zum nächsten.

Die Treppe als Laterne
Nach Einbruch der Dunkelheit wird die Treppe zum hellsten Element des Hauses. Von außen durch eine tiefe Fensterlaibung gesehen, leuchtet ihre weiße Spirale wie eine Laterne in der Mitte des Grundrisses.

Nussbaum, Stein und Blick ins Tal
Eine raumhohe Nussbaumwand verbirgt Stauraum und Geräte, im Kontrast zu den hellen Steinarbeitsflächen und dem hellen Boden. Das Fenster über der Spüle rahmt die grüne Landschaft rund um Mafra.

Der alte Keller, verwandelt in einen Rückzugsort
Im Erdgeschoss wird der alte Keller zum ruhigsten Raum des Hauses, offen zu den Bergen und zum Außenraum. Ein langer Flur mit indirektem Licht führt zum geschwungenen Fuß der Treppe.

Ein Bogen zwischen Wohnzimmer und Küche
Im Inneren kehrt der Bogen als Durchgang zwischen dem Wohnzimmer und dem übrigen Haus wieder. Warmes, indirektes Licht, ein heller Steinboden und Einbauten aus Nussbaum verleihen den gemeinsamen Räumen einen ruhigen, fließenden Charakter.





Von der Baustelle zum Zuhause
Echte Fotos von der Baustelle: die Bögen, die im neuen Putz Gestalt annehmen, die Wendeltreppe vor dem letzten Anstrich, die geschwungenen Putzwände und die Schatten des Gerüsts. Der Moment, in dem die Zeichnung zu Material wird.
Entwurf — besondere Merkmale
- Rundbögen, in dicke weiße Mauern eingeschnitten, öffnen das Haus zur Terrasse und zum Tal
- Eine frei stehende weiße Wendeltreppe mit geschwungener, geschlossener Brüstung verbindet die beiden Ebenen
- Ein bestehendes Haus, erhalten und auf zwei Ebenen neu organisiert, der alte Keller wird zum Rückzugsraum
- Eine raumhohe Nussbaumwand und heller Stein in der Küche
- Ein Atelier für die Eigentümer, zurückhaltend im Hang des Grundstücks geplant


